Pressemitteilung des AAI vom 1. Oktober

Zielkonflikte vermeiden, unterschiedliche Interessen berücksichtigen und Braunschweig so gemeinsam voranbringen – das ist laut Arbeitsausschuss Innenstadt Braunschweig e. V. (AAI) die zentrale Aufgabe des Mobilitätsentwicklungsplans. Seine Ausführungen dazu hat der AAI heute in einer Stellungnahme veröffentlicht und der Stadt Braunschweig übergeben. 

„Der Mobilitätsentwicklungsplan wird eine wichtige Grundlage für die kommenden Jahre“, erklärt Olaf Jaeschke, Vorstandsvorsitzender des AAI. Dass die Stadt Braunschweig diesen in einem umfassenden Beteiligungsprozess erarbeite, sei daher nur zu begrüßen. „Wir müssen aber dringend einen Zielkonflikt bei der Mobilitätswende vermeiden.“ Diese Forderung hat der AAI heute mittels einer Stellungnahme gegenüber der Stadt Braunschweig formuliert und online veröffentlicht unter www.aai-bs.de.

Damit knüpft der Verein an das im März veröffentlichte Positionspapier als inhaltliche Grundlage für die Weiterentwicklung der Braunschweiger Innenstadt an und stellt Handlungsbedarfe und daraus abgeleitete Empfehlungen heraus. „Nur unter Berücksichtigung aller Interessen kann ein modernes und zukunftsorientiertes Verkehrskonzept für Braunschweig entstehen“, erläutert Vorstandsmitglied Astrid Striese, die die Stellungnahme als Leiterin des Arbeitskreises Innenstadtentwicklung und unter fachlicher Beteiligung der Industrie- und Handelskammer Braunschweig erstellt hat. „Dabei dürfen die einzelnen Verkehrsteilnehmer nicht gegeneinander ausgespielt werden, sondern ihre Vernetzung sollte im Vordergrund der Bemühungen aller Beteiligten stehen, um die gute Erreichbarkeit Braunschweigs sicherzustellen.“

Um ihren Status als Einkaufsstadt mit regionalem Einzugsgebiet aufrechtzuerhalten, sei die Braunschweiger Innenstadt darauf angewiesen, mit allen Verkehrsmitteln gut erreichbar zu sein. Eine pauschale Reduzierung des motorisierten Individualverkehrs riskiere den Verlust zahlreicher Kunden und Besucher. Nur wenn die Interessen aller Verkehrsteilnehmer, ob zu Fuß, mit dem Fahrrad, dem Auto oder dem öffentlichen Nahverkehr, Berücksichtigung finden, sei dem Klimaschutz nachzukommen, ohne eine immense Schwächung der Innenstadt in Kauf zu nehmen, so Striese.

„Klimaschutz und die Mobilitätswende sind wichtige Aufgaben, auch für uns als AAI. Entscheidend dafür sind aber gute Angebote für alle Verkehrsmittel, sodass Besucherinnen und Besucher der Innenstadt gern auf andere Fortbewegungsmittel umsteigen anstatt zu Hause zu bleiben oder in eine andere Stadt zu fahren“, erklärt Striese. Deshalb sei es beispielsweise wichtig, die Sicherheit für Radfahrer und Fußgänger zu erhöhen und die Wegführung zu verbessern. Verbesserungspotenziale gäbe es für den AAI auch beim Öffentlichen Nahverkehr: Dieser könnte zum Beispiel weiter und häufiger fahren und günstige Tarife als Nutzungsanreiz bieten. Zu diesen Themen macht der AAI in seiner Stellungnahme viele Vorschläge.

Aktuell betrachtet der AAI mit großer Sorge die Perspektive, dass der motorisierte Individualverkehr zu schnell verdrängt werden könnte und weist darauf hin, dass verkehrsberuhigende Maßnahmen zwingend mit Augenmaß vorzunehmen sind. Wichtig sei ein tragbares Gesamtkonzept unter Berücksichtigung des hohen Pendleraufkommens und des Lieferverkehrs. Die branchenübergreifenden Logistik- und Mobilitätsstudie für die Braunschweiger Innenstadt, deren Ergebnisse Ende des Jahres veröffentlicht werden, wird deshalb auch vom AAI mit Spannung erwartet.

„Eine moderne Verkehrsplanung ist Voraussetzung für eine tragfähige und zukunftsorientierte Entwicklung unserer Innenstadt. Hier sollten wir mit gutem Beispiel vorangehen und den Stadtverkehr gezielt mit modernsten Maßnahmen planen und regeln“, sagt Jaeschke. „Die flexible Erreichbarkeit der Innenstadt trägt erheblich zum Erhalt des vielfältigen Angebotsmix aus Einzelhandel, Gastronomie, Dienstleistung, Touristik und Kultur bei. Gerade bei der Neuplanung von Stadträumen sollten deshalb die Ansprüche aller Verkehrsteilnehmer, vom Einwohner über den Kunden und Gast bis hin zum Logistiker, von vorneherein mitgedacht werden.“

Interessierte finden das gesamte Positionspapier sowie die Stellungnahme ab sofort unter www.aai-bs.de.