Als zentrale und branchenübergreifende Interessenvertretung der Innenstadtunternehmen ist der AAI als aktiver Dialogpartner von Beginn an in den Prozess eingebunden. Die transparente Diskussion und das Engagement der Stadtverwaltung zum Thema Hagenmarkt wurde von uns bereits gelobt und wir begrüßen den 2017 gestarteten, umfangreichen Beteiligungsprozess ausdrücklich. Wir sind uns der Bedeutung und der Herausforderungen dieser breiten Einbindung und Beteiligung, die der AAI auch eingefordert hat, von Anliegern, Partnern, Bürgern, Politik und Interessensgemeinschaften gleichermaßen bewusst.

Mit großem Erstaunen haben wir die Ereignisse der letzten Woche, die eingebrachten Änderungsanträge und Stellungnahmen sowie Pressemitteilungen verfolgt.

Uns ist die Herausforderung, die die Stadtverwaltung hier zu bewältigen hat, bewusst. Aus diesem Grund haben wir uns als AAI im Rahmen der Vorstellung der Vorzugsvariante der Stadtverwaltung und im Beisein des Hägener Forum im August 2020 auf einen Mittelweg eingelassen, der gleichzeitig mehr Grün und die Durchführung von Veranstaltungen (mit entsprechender Infrastruktur) auf dem Platz ermöglicht. Auch deshalb werden wir, als Verein der seit über 35 Jahren das Ziel verfolgt, demokratische Lösungen zu finden, die den Interessen vieler und nicht Einzelner dienen, auch keine zusätzlichen Forderungen aufstellen, sondern unsere Position lediglich bekräftigen und zusammenfassen.

  • In unser Pressemitteilung vom 30.10.2017 haben wir mit Blick auf die bereits damals in der öffentlichen Diskussion geforderten schnellen Lösungen an alle Akteure appelliert, dem vielschichtigen Entwicklungs- und Planungsprozess die nötige Zeit zu geben, um ein zielführendes Nutzungs- und Gestaltungskonzept mit breiter Akzeptanz zu erhalten.
  • Am 16.02.2018 haben wir in unserer Pressemitteilung darauf hingewiesen, dass schnelle Lösungen einem vielschichtigen Entwicklungs- und Planungsprozess entgegenstehen und dass die Bedürfnisse der Interessengruppen berücksichtigt werden müssen.
  • Dass der Hagenmarkt aus Sicht des AAI eine gesamtstädtische Bedeutung hat, ist unserer Stellungnahme vom 18.12.2019 zu entnehmen. „Als nordwestliches Eingangstor zur Innenstadt ist der Hagenmarkt nicht nur ein zentraler Verkehrsknotenpunkt für Fußgänger, Radfahrer, den öffentlichen Nahverkehr und den motorisierten Individualverkehr, sondern auch für Auswärtige ein erstes Aushängeschild für die Braunschweiger Innenstadt.“. Aufgrund dieser Bedeutung für die Innenstadt war er auch Thema in der AAI-Mitgliederversammlung 2020.
  • Wassergebundene Flächen sollten dementsprechend zurückhaltend eingesetzt werden, um einen bzw. den Parkcharakter zu erhalten, für dessen Umsetzung auch die Einbindung eines Garten- und Landschaftsplaners zu empfehlen ist.
  • Ein gut begrünter Platz sollte geschaffen werden, der universell nutzbar ist und über eine entsprechend benötigte Infrastruktur (Sitzmöglichkeiten, Mülleimer, Strom, Wasser, Abwasser) sowie ein Beleuchtungskonzept und Fahrradabstellmöglichen im nahen Umfeld verfügt.
  • Die nach der Umgestaltung des Ägidienmarktes gemachten Erfahrungen insbesondere die Nutzung durch die Anlieger betreffend sollten einbezogen werden.

Neben den zuvor auszugsweise aus unseren Pressemitteilungen und der Stellungnahme vom 18.12.2019 aufgeführten und bereits kommunizierten Positionen zum Hagenmarkt, möchten wir deutlich wiederholen, dass bei der Neugestaltung von Flächen und Plätzen immer die Vereinbarkeit mit den vor der Innenstadt liegenden Herausforderungen gewährleistet werden muss. An der einen Stelle nicht versiegelte Flächen durch Sanddecken zu versiegeln und gleichzeitig an anderer Stelle Parkplätze zu opfern, um zusätzliche Grünflächen zu schaffen, scheint vor diesem Hintergrund widersprüchlich.

Wir setzen auf die Vernunft und Weitsicht der Akteure in dieser turbulenten Diskussion und begrüßen den in der Kommentierung vom 03.05.2021 ausgesprochenen Vorschlag von Stadtbaurat Leuer, einen Neustart zu machen und dabei unter anderem die Bürgerinnen und Bürger erneut zu beteiligen.