Presseinformation der Industrie- und Handelskammer Braunschweig vom 26.02.2021

Bayern und Sachsen-Anhalt haben die für den 3. März vorgesehene Konferenz der Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder mit Bundeskanzlerin Angela Merkel nicht abwarten können, bevor in beiden Bundesländern weitere Öffnungen für Unternehmen umgesetzt werden. Es wurde bekannt gegeben, dass in beiden Bundesländern Baumärkte zum 1. März ihre Geschäfte für Kunden öffnen dürfen. Zusätzlich dürfen die körpernahen Dienstleistungen in Bayern tätig werden, wie es den Friseuren bereits in Aussicht gestellt wurde. Es gelte hier die Devise „Gleiches gleich zu behandeln“, wie sich der bayerische Staatskanzleichef Florian Herrmann im Bayerischen Rundfunk zitieren lässt. „An dieser Stelle sind wir an einem Punkt angelangt, an dem wir auch einen konkreten Öffnungsplan für die Unternehmen in unserer Region von der Landesregierung einfordern“, erklärt IHK-Präsident Tobias Hoffmann. „Es ist den Unternehmen vor Ort nicht länger zu vermitteln, dass Bundesländer und Regionen mit ähnlichem oder sogar höherem Infektionsgeschehen Öffnungen ermöglichen, während in Niedersachsen noch keine konkreten Öffnungsperspektiven vorliegen.“ Auch mit Blick auf das Nachbarbundesland Sachsen-Anhalt ist eine zunehmende Chancenungleichheit festzustellen, da hier bereits jetzt Buchhandel und Fahrradgeschäfte geöffnet haben. Diese Ungleichheit wird mit der Öffnung der Baumärkte zusätzlich verstärkt, denn es muss mit einem zunehmenden Einkaufstourismus gerechnet werden.
IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Florian Löbermann ergänzt, dass bei allem Verständnis für die großen pandemischen Herausforderungen auch in anderen Branchen der Unmut wächst. „Ob für Autohäuser, Baustoffanbieter, Einzelhandel, Kosmetik- und Nagelstudios, Solarien, Gastronomie oder Küchenlieferanten – für viele Unternehmer sind mit Blick auf mögliche und bestehende Hygienekonzepte und bei ausreichendem Platzangebot die fehlenden konkreten Öffnungsperspektiven nicht nachvollziehbar. Dies gilt insbesondere im Quervergleich zu anderen Bundesländern und Branchenzweigen.“ IHK-Präsident Hoffmann unterstreicht dazu, dass unsere regionalen Unternehmen ein großes Interesse an der Gesundheit ihrer Kunden und Mitarbeiter haben. „Dementsprechend findet sich dieser Aspekt in ihren Überlegungen wieder – beispielsweise sind regionale Einzelhändler davon überzeugt, dass ihre ausgefeilten Hygienekonzepte allen Maßstäben standhalten und ihre Kunden sicherer in ihrem Geschäft aufgehoben wären als an vielen anderen Orten.“ „In diesem Rahmen fordern wir die niedersächsische Landesregierung auf, ihre zögerliche Haltung bei der Öffnung der aktuell vom Lockdown betroffenen Unternehmen aufzugeben“, sind sich IHK-Präsident und Hauptgeschäftsführer einig.